Bipolar Selbsthilfegruppe in München

„Die Polarbären“

Herzlich willkommen auf unserer Webseite!

„Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen“ (afrikanisches Sprichwort aus Nigeria)

Unsere Gruppe

Wir sind eine Selbsthilfegruppe für Menschen aus München und Umgebung mit einer bipolaren affektiven Störung (auch manisch-depressive Erkrankung genannt). Sie wurde 2004 gegründet. Die Selbsthilfegruppe wird gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände in Bayern.

Für uns als Betroffene bedeutet Selbsthilfe, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, um mehr Stabilität und Lebensqualität zu gewinnen.

Unser Name

Manche Betroffene bekommen von ihrem Arzt einfach nur die Diagnose „Sie haben eine bipolare affektive Störung“. Mit dem Begriff können sie vielleicht erstmal nichts anfangen. Sie fragen sich dann vielleicht „Bipolar? Was ist das denn? Nur der Polarbär in der Arktis ist mir bekannt“. Aus dieser Gedankenverknüpfung ist der Name der Gruppe entstanden.

Was ist eine bipolare Erkrankung?

Gefühlsschwankungen kennt jeder: Manchmal fühlt man sich gut, manchmal ist die Stimmung eher schlecht, mal ist man launisch und mal weniger. Das aber ist normal. Wenn die Emotionen jedoch extrem werden und sozusagen überkochen, kann es sich um eine bipolare Störung handeln. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt ist es dann manchmal nur ein kleiner Schritt. Hinzu kommen noch Antriebsschwankungen und leider auch ein erhöhtes Suizidrisiko. Letzteres ist sogar zwanzigfach höher als beim Rest der Bevölkerung. Im Spannungsfeld zwischen Manie und Depression ist ein geregeltes Leben daher oft nicht ganz einfach.

Schon seit 2000 Jahren beschäftigen sich Ärzte mit der bipolaren Erkrankung, aber die Aufklärung der Öffentlichkeit steht noch ganz am Anfang. Nur wenige Betroffene wissen um ihre Krankheit und finden den Weg zu einem geschulten Arzt oder Therapeuten. Dabei können eine rechtzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung den Krankheitsverlauf entscheidend verbessern.

Die Symptome einer bipolaren Störung können sehr vielseitig und unterschiedlich ausgeprägt sein.
Hier sind einige typische:

  • Gehobene oder gereizte Stimmung
  • Rededrang und Gedankenrasen
  • Gesteigerte Aktivität, Ruhelosigkeit
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Verlust von sozialen Hemmungen, Taktlosigkeit
  • Psychotische Symptome
  • Schwermut, gedrückte Stimmung
  • Verminderter Antrieb oder leichtere Ermüdbarkeit
  • Gehemmte Emotionen, Gefühl der Gefühllosigkeit, Ängste, Pessimismus
  • Verlust des Selbstvertrauens, Schuldgefühle
  • Grübeln oder Schwierigkeiten, Entscheidungen zu fällen
  • Freud- und Interessenlosigkeit
  • Vermindertes Denk- und Konzentrationsvermögen
  • Mutlosigkeit, Lebensüberdruss, suizidale Gedanken

Hier ein Gedicht von „Stella“, das die Manie gut beschreibt:

rastlos, laufe ich umher, Tag und Nacht und kann nicht mehr, schnelle Schritte, im Kreis sich drehen,
viel zu hektisch um zu verstehen, Gefangene, ruheloser Intervalle, impulsiv, die neuronale Falle
komme den Gedanken, nicht hinterher ohne Schranken, läuft´s kreuz und quer fühle mich
der Zeit verbunden, mehr als 24 Stunden Kann das Tempo, nicht bestimmen, ohne Kontrolle,
um mir selbst, zu entrinnen